Nordrhein-Westfalen Nachricht

von Verband deutscher Falkner

Aus der Sicht eines Nichtjägers

Faszination Beizjagd 

Gerne folge ich der Einladung von Falk Hennigs ihn mal bei der Krähenbeize zu begleiten. Kurz vor der Beizjagd füllen wir noch Futter in einige Rebhuhnfütterungen. Obwohl die Rebhühner in NRW nicht bejagt  werden dürfen, kümmern sich Jäger um diese bedrohten Feldhühner. Das überrascht mich.

Wir befüllen gerade die letzte Rebhuhnfütterung und sehen einen Rabenkrähenschwarm, der auf den Feldern nach Futter sucht. Rund 100 Metern vom Schwarm  entfernt, befindet sich eine kleine Baumgruppe. Laut Falk Hennigs eine sehr gute Gelegenheit für den Falken Beute zu machen. Er schildert mir, dass die Krähen vor dem Falken in die Bäume flüchten werden, der Falke hoch in den Himmel über die Krähen fliegt und darauf wartet, dass wir dem Falken eine oder mehrere Krähen rausscheuchen. Eine gute Gelegenheit den atemberaubenden Jagdflug eines Wanderfalken mit meiner Videokamera festzuhalten. „Jacky“, Falks weiblicher Wanderfalke, jagt die Krähen an, „schraubt“ sich hoch in die Lüfte und wartet bis wir ihr eine Krähe aus den Bäumen treiben. Alleine das hätte ich schon nicht für möglich gehalten, dass ein Greifvogel mit seinem Falkner so ein Team bildet, um gemeinsam Beute zu machen. Wir rennen zu der Baumgruppe und scheuchen  eine Krähe raus. Unmittelbar vor mir klatscht es plötzlich so laut, als ob jemand mit voller Wucht in die Hände klatscht. Doch dies ist die Wucht des Aufschlags des Falken, mit der er aus dem Himmel auf seine Beute stößt. Unvorstellbar und nur für den nachzuempfinden, der dies mal selbst erlebt. Wir hocken uns neben den Falken und seine Beute. Ein bewegender und emotionaler Moment, da die Faszination des herrlichen Wanderfalkenfluges und der Respekt vor der erbeuteten Krähe hautnah gegenwärtig ist. Da fällt mir nach einiger Zeit der Besinnung meine Videokamera wieder ein. Nichts habe ich aufgenommen. Ich bin von der Situation völlig überwältigt und plötzlich so eingebunden, dass ich keinen Gedanken an das Filmen verschwende. Zum Schluss darf ich „Jacky“ samt Beute auf die Hand nehmen und Richtung Auto tragen . In diesem Moment wird mir klar, Jagd ist völlig anders als man hierzulande häufig hört oder liest. Dieser respektvolle Umgang mit und in der Natur ist etwas ganz Besonderes .

Ich möchte Falk Hennigs vom Verband Deutscher Falkner NRW an dieser Stelle ganz herzlich für dieses unvergessliche Erlebnis danken!

 

Ralf Lawitzke

 

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